Westruper Heide

Westruper Heide mit Heidschnucken

Die Westruper Heide ist ein Rest eines in früheren Jahrhunderten weit verbreiteten Landschaftstyps und liegt auf einem nacheiszeitlichen Dünengelände südlich des Halterner Stausees (hinter dem Hotel Seehof) am Rande der ausgedehnten Wälder der Haard.

Sie beherbergt eine Vielzahl charakteristischer Pflanzen- und Tierarten. Neben dem Heidekraut wachsen hier beispielsweise der kleine stachelige, gelbblühende Englische Ginster und die Glockenheide; Becherflechten und besondere Moose bedecken manche Sandflächen. Versäumen Sie nicht die imposanten Wacholderbestände anzusehen.

Noch 1825 waren 90 % des heutigen Waldgebietes "Haard" mit Heide bedeckt. Alte Messtischblätter von Haltern weisen um 1840 rund 50 - 60 % der Flächen um Haltern als Heideflächen aus, die von armen Heidebauern als Weidegründe für ihre Schafe genutzt wurden.

Geologisch besteht das Naturschutzgebiet Westruper Heide aus nährstoffarmen Sanden unterschiedlicher Körnung mit nacheiszeitlichen Dünenverwehungen bis zu 15 m Höhe.

Insbesondere die Erfindung des Kunstdüngers und der Verfall der Schafwollpreise veränderten das Leben der Heidebauern in gravierender Form. Schlagartig kam es in der Nutzung der bisher durch Nährstoffarmut gekennzeichneten Sandböden zu erheblichen Ertragssteigerungen. Heidemahd und Plaggenwirtschaft sanken in wenigen Jahren zur Bedeutungslosigkeit ab. Ohne diese Kulturmaßnahmen (Plaggen, Beweiden, Mähen und Brennen), die für eine wiederkehrende Verjüngung der Heide sorgen, kann eine Heide maximal 30 Jahre alt werden.

Die Westruper Heide ist die letzte, zugängliche größere Zwergstrauchheide Westfalens. Mit einer Gesamtgröße von 68 ha liegt dieses interessante Binnendünengebiet im Naturpark Hohe Mark. Ein Landstraße teilt vom Gesamtgebiet zwei kleinere größenmäßig unbedeutende Flächen ab. Altbestände von Birke und Kiefer säumen den gesamten Grenzverlauf.

Durch eine Initiative des damaligen Bezirkskommissars für Naturschutz im Gebiet des Siedlungsverbandes Ruhrkohlenbezirk Essen - Borbeck wurde das Gebiet 1936 zum Naturschutzgebiet ernannt.

Umfangreiche Rekultivierungs- und Pflegemaßnahmen der verschiedensten Vereine und Gruppen unter Vorgabe der Landesanstalt für Ökologie und der unteren Landschaftsbehörde des Kreises Recklinghausen sorgen für den Erhalt der Heidelandschaft. Durch Initiative und Mitwirken des Heimatvereins Sythen sind seit 1992 auch wieder Heidschnucken zur Beweidung zugelassen.

Neben dem landschaftlichen und ästhetischen Erlebniswert ist dieser sehr selten gewordene Landschaftstyp Heide auch aus Gründen des Artenschutzes zu erhalten. Er ist Rückzugsgebiet für viele Tier- und Pflanzenarten geworden.

Diese einzigartige Landschaft bietet zu jeder Jahreszeit ihren Reiz. Die Heide erschließt man sich am besten zu Fuß. Ein über 10 km langes Netz von Sandwegen bietet sich zu abwechslungsreichen Rundgängen an.

Von Ende Juli bis Anfang September steht das Heidekraut in voller Blüte. Sie durchwandern dann ein rotes Blütenmeer und hören das Summen der Bienen und das Zierpen der Heuschrecken.

Alle zwei Jahre veranstaltet der Heimatverein Sythen mit Unterstützung des Kreises Recklinghausen und der Stadt Haltern am See im August einen Heidetag. Mit Musik, Gulaschkanonen, Heidehonig und einem breiten Kuchenangebot feiern die Heidefreunde und freuen sich über viele Gäste.

Auf Wunsch organisiert die Stadtagentur auch Führungen mit sachkundiger Begleitung durch diese faszinierende alte Kulturlandschaft.
   

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