Quelle: Dülmener Zeitung 6. Septemper 2007-09-06

Tiefer und länger nach Sand
 
baggern
 

Stadt Haltern befürwortet Pläne der Quarzwerke
 

Haltern (esc). Es tröpfelte während der Sitzung durchs Dach. Doch die Quarzwerke gingen mit ihrem Vorhaben, den Silbersee II tiefer auszusanden, deshalb nicht baden. Die Stadt Haltern und der Umweltausschuss gaben eine positive Stellungnahme zum Rahmenbetriebsplan ab und befürworteten damit die Erweiterung des Tagebaus und die Gewinnung von Quarzsanden aus einer Wassertiefe von 40 Metern. Dadurch können die Quarzwerke die Laufzeit des Tagebaus Haltern-West bis zum Jahr 2014 verlängern. Reinhard Heine von den Quarzwerken erläuterte das Vorhaben: „Wir können eine hochwertige Lagerstätte ohne erhebliche Eingriffe in die Natur und Landschaft noch besser nutzen.“ 5,7 Millionen Tonnen Quarzsand würden laut Heine zusätzlich gewinnbar. Möglich macht diese Ausschöpfung ein neuer Schneidrad-Saugbagger. Schwimmrohrleitungen transportieren den Sand zum Werk, von dort wird er nach der Veredelung zu 45 Prozent über das Schienennetz und zu 55 Prozent über die Straße zu den Bestimmungsorten gebracht.
In ihrer Stellungnahme legt die Stadt Haltern Wert darauf, dass der Badebetrieb unberührt bleibt, die Gefährdungsanalyse nicht nur auf den Surfbetrieb beschränkt, sondern auch auf die übrigen Freizeitnutzungen ausgedehnt und das Verkehrsnetz

nicht zusätzlich belastet wird. All diese Bedenken konnte Reinhard Heine schon im Vorfeld ausräumen. Der Bagger werde zum Beispiel während der Badesaison überwiegend in der Nachschicht betrieben und lediglich im Norden und damit in größtmöglichster Distanz zum Badebetrieb tagsüber eingesetzt.

Die Rekultivierungsmaßnahmen sind zum Teil schon angelaufen, verzögern sich jedoch durch die Tiefenaussandung an einigen Stellen. Durch Vermittlung von Baudezernent Wolfgang Kiski erklärten sich die Quarzwerke im Verbund mit Stadt, Kreis und Herzog von Croy bereit, die so genannten Schlüterschen Moore  zusätzlich als Kompensationsmaßnahme zu integrieren. Ehrenamtliche Naturschützer  hatten diesen Wunsch geäußert, weil sie hier aktiv werden möchten.

Mit einer durchschnittlichen Jahresförderung von etwa 1,8 Millionen Tonnen zählen die Quarzwerke Haltern zu den bedeutendsten Produktionsstätten in Europa. Im Zuge des Abbaus sind drei Tagebaue entstanden, die als Tagebau Haltern-Sythen, Haltern-West und Haltern-Ost bezeichnet werden. Mit der Tiefenaussandung im Tagebau Haltern-West (Silbersee II) soll die Rohstoffbasis der Quarzwerke GmbH und damit der Standort Haltern unterstützend gesichert werden.

   

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